Die Bar ging als Siegerprojekt aus einem Wettbewerb hervor. Der Bauherr und Betreiber wollte eine Bar mit italienischem Flair erstellen, die Kaffee- und Gastrofreunden als Treffpunkt dient und dem weltbekannten Kaffee aus dem Hause Lavazza ein würdiges Zuhause bietet. Die Idee war von Anfang an, kleine und auch grössere Menus zu servieren, aber auch die Gäste mit Musik zu verwöhnen und Konzerte zu veranstalten. Dem Bauherrn schwebte der Begriff Piano-Bar vor.

Die Bar liegt zentral in der Altstadt von Bülach in einem bestehenden Altbau. Im Erdgeschoss wurden die eigentliche Bar und die Küche platziert. Im Untergeschoss entstanden ein Weinkeller, ein separater Saal, das Lager und die WCs. Das Projekt sah nun vor, im bestehenden Bau alle nicht statischen Elemente heraus zu nehmen und eine Art Innenhülle hineinzustellen. Die Bar sollte in mehrere Bereiche gegliedert werden: Eingangszone, Bartheke, Loungezone, diskrete Sitzgelegenheiten, Klavierstandort. Mit der Idee des Kokons (Innenhülle), der aus gerundeten Wänden besteht, konnten die geforderten Barbereiche herausgeschält werden.

Bei der Wahl der Materialien wurde auf Italianità  geachtet. So besteht die Bartheke aus einem von innen her leuchtenden Vulcano-Onyx-Naturstein. Sie wird so zum Mittelpunkt der Bar. An der Decke über dem Hauptfeld, der Lounge, hängen drei riesige, dimmbare Stoffleuchten. Zusammen mit dem farblich steuerbaren Licht, das auf den Seiten der höher liegenden Decke über der Lounge heraustritt, geben sie der Bar einen warmen Akzent. Auf der gegenüber liegenden Raumseite befinden sich die diskreteren Sitzmöglichkeiten. Diese sind optisch durch ein künstliches Säulenportal aus Travertin getrennt. In die Wände sind beleuchtete Nischen eingelassen. An der Bar dienen sie zur Präsentation von Gläsern und Spirituosen, auf der anderen Seite als Dekorationsfläche. Eine Besonderheit bildet die Rückwand der Bar. Diese wurde als schallbrechendes Element ausgebildet. Durch die wellenförmigen Gestaltungselemente an der Wand wirkt diese wie ein Vorführungs-Vorhang in einem Theater. Das Klavier steht vor der theatralen Kulisse. Beim Boden wurde das Material Wengé und Travertin gewählt. Die Wände wurden ebenfalls in warmen gelblichen Farben gestaltet.

Im unteren Geschoss erfuhr der separate Speisesaal eine sehr spezielle Behandlung. Zusammen mit einem Theaterkulissen-Bauer realisierten wir eine Gestaltung, die an einen grottenähnlichen Saal oder ein mittelalterliches Schlosszimmer erinnert. In der Mitte des Raumes und an den Wänden befinden sich Trompe-L'oeil-Elemente, vorgegaukelte Fenster- und Deckenöffnungen. Eine weitere Besonderheit der Bar ist die komplett versenkbare Fensterfront. Im Sommer kann diese heruntergelassen werden, so dass
Aussen- und Innenbereich ineinander fliessen. So wird die Bar Teil der Altstadtgasse und umgekehrt.