Die Organisationsstruktur von Sun Microsystems ist an der Gebäudeform ablesbar. Der dreigeschossige Bau besteht aus drei Elementen: einem Kopfbereich, einem aus dem Kopfbereich herauswachsenden Korridor und den Bürotrakten, die ähnlich einer Perlenkette dem Korridor entlang aneinander gereiht sind. Der Kopfbereich übernimmt in der Eingangszone Repräsentationsfunktionen nach aussen. Der Korridor übernimmt die gleiche Aufgabe nach innen. Die Bürotrakte sind als additive Elemente ausgebildet und lassen so das Geschäftshaus modular wachsen. Diese Struktur erlaubt, den Bau jederzeit zu erweitern, ohne bestehende Gebäudeteile und Arbeitsabläufe zu tangieren.

Vom Aussenraum betritt der Besucher den engen, bewusst gedrückt gestalteten SUN-blauen Tunnel, um dann in die grosszügige, lichtdurchflutete Eingangshalle zu gelangen. Durch diesen Effekt von gross-klein-gross oder hell-dunkel-hell wird die Wahrnehmung des Besuchers oder Kunden für die neue Umgebung bewusst gesteigert. Dank der klaren, einfachen und auf das Wesentliche reduzierten Architektur findet man sich in dieser grosszügigen Eingangshalle schnell zurecht. Diese verfügt über sechs Besprechungszimmer und eine grosse Aula für 120 Personen. Am Ende der Eingangshalle steht die Java-Lounge. Sie dient als Treffpunkt, Aufenthaltsort und Wartezone für Kunden. Markanter Punkt ist sicher die ovale Bar und das ebenfalls durch uns entworfene Möbel für den Grossbildschirm, über den kontinuierlich SUN-Werbefilme abgespielt werden. In den oberen Geschossen des Kopfbaus befinden sich unter anderem und sinnigerweise auch die Büros der Geschäftsleitung.

Die Korridore, hausintern Broadways genannt, sehen auf allen drei Geschossen gleich aus und dienen funktional der Erschliessung zwischen Kopfbau und Bürotrakten. Sie sind quasi das Rückgrat der Anlage. Durch ihre grosszügige Breite von 3.80 Meter laden sie zur informellen Begegnungen der Mitarbeitenden auf ihrem Weg durch das Gebäude ein. Sie dienen als Kommunikationszone und als Verbindungsgang zwischen den ver-
Schiedenen, additiven Elementen und nehmen Treppen, WC- und Liftanlagen, Archiv, Putzräume und Installationszonen auf. In den Korridoren wurde bewusst mit Farbe und Licht gearbeitet. Die Durchgänge zu den Anbauten sind farbig betont und ermöglichen eine rasche Orientierung in der Raumabfolge. Um die Kommunikation zu fördern, haben wir dafür speziell angefertigte Steh- und Sitzgelegenheiten entworfen, die sich als Inseln in den Korridoren präsentieren. Der Korridor ist der Broadway eines pulsierenden Geschäftsbetriebes.
Der Bau umfasst zusätzlich zu den Bürotrakten eine Bibliothek, diverse Meetingräume, ein Betriebsrestaurant, einen Schulungsbereich und eine Cafeteria.

Die gesamte Inneneinrichtung stammt aus unserer Feder. In intensivem Gedankenaustausch wurden mit einer durch die Belegschaft gebildeten Taskforce alle Einrichtungen entwickelt. Die Möbeleinrichtungen sind auf die Bedürfnisse der Belegschaft zugeschnitten. In diesem Gebäude wirken Licht, Farbe und Form als wichtige Gestaltungselemente, die Klarheit, Ruhe und Reduktion betonen. Insgesamt wurden acht Farben, inklusive schwarz und weiss verwendet. Diese entstanden in Anlehnung an die 16 SUN-Farben, die wiederum Teil des Corporate Identity der Firma sind. Die Hauptfarbe des CI-Konzeptes, SUN-blau, wurde sehr selektiv eingesetzt und erhält Unterstützung durch intensive Farben wie orange, rot, hellgrün und hellgelb. Die Farben sollen die Orientierung und die Erkennung in der Weitläufigkeit des Gebäudes vereinfachen und die Kreativität der Mitarbeiter anregen und fördern.