DAS REINRAUMSYSTEM BEI DER HUBA CONTROL AG IN WÜRENLOS

Die Firma Huba Control AG in Würenlos besteht seit dem Jahr 1945.
Die Huba Control entwickelt, fertigt und verkauft Komponenten zur Erfassung der physikalischen Grösse Druck. Darunter werden sowohl Druckschalter (schaltende Elemente on/off), Sensoren als auch Drucktransmitter (Sensoren mit integrierter Verstärkerelektronik) verstanden. Die klare Ausrichtung auf Druckmesstechnik erlaubt die Entwicklung innovativer Produkte. Eine breite Produktepalette wird den unterschiedlichsten Anforderungen zur Prozessoptimierung in Systemen, Maschinen und Anlagen gerecht.

Im Neubau wurde das Kernstück, die neue Reinraumhalle, erstellt. Für die Projektierung und Umsetzung bis zur schlüsselfertigen Übergabe wurde die in Reinraumfragen erfahrene Unger & Treina AG als Generalplaner eingesetzt.
Das Konzept sah vor, das Prinzip des Haus-im-Haus zu wählen. In die grosse Produktionshalle wurde demnach ein hermetisch abgeschlossener Reinraum hineingestellt. Der Reinraum ist in drei Hauptbereiche eingeteilt. Daneben befinden sich die Garderoben nach Geschlechtern getrennt. Diese Garderoben fungieren gleich auch als Personenschleusen. Die Waren werden reinraum-gerecht über separate Ein- und Ausgänge ein- bzw. ausgeschleust.

Die Lüftungsanlage ist immer ein entscheidender Faktor bei Reinräumen. Da es sich hier um einen Neubau handelt, konnte die gesamte Belüftungsanlage über dem Reinraum erstellt werden.



DAS REINRAUMSYSTEM BEI DER LOUIS WIDMER AG IN SCHLIEREN

Louis Widmer ist ein führender Hersteller von dermatologischen Heilmitteln und hypoallergenen Hautpflegepräparaten. Einige Produkte haben Arzneimittel-charakter und enthalten aktive pharmazeutische Wirkstoffe. Die Produktion unterliegt daher strengen Vorschriften.

Die Louis Widmer AG hat ihr Domizil in einem Gewerbehaus aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Nach intensiven Entscheidungsphasen wurde Ende der 90er Jahre eine Anpassung an neuzeitliche Anforderungen beschlossen. Zur Modernisierung des Betriebes wurde eine etappierte Umsetzung gewählt. Begonnen wurde mit dem Produktionsbereich (Reinraum) und der Haustechnik, gefolgt vom Umbau der Bürobereiche. Danach wurde die Konfektion neu gestaltet. Bis Ende 2004 wurde die Fassade energetisch saniert und bildet so den Abschluss einer gelungenen Gesamtmodernisierung des Betriebes. Die Louis Widmer AG ist fit für das 21. Jahrhundert.

DIE ANFORDERUNGEN
Bei der Herstellung der Louis Widmer Produkte gilt folgendes:
- die geforderte hohe mikrobiologische Reinheit der Produkte muss stets gewährleistet sein.
- eine gegenseitige Verunreinigung der Produkte durch pharmazeutische Wirkstoffe muss wirksam unterbunden werden.

DAS KONZEPT
Der eigentliche Herstellungsbereich, dem ein «Haus im Haus»-Konzept zugrunde liegt, ist von der Gebäudehülle abgekoppelt. Eine Klimaanlage mit dreistufiger Luftfiltrierung sorgt für die geforderte hohe Luftqualität in den Arbeitsräumen, insbesondere in mikrobiologischer Hinsicht.
Jedem Arbeitsschritt ist ein eigener Arbeitsraum zugeordnet, in dem zu einem gegebenen Zeitpunkt jeweils nur ein Produkt hergestellt wird. Damit wird die Übertragung von Verunreinigungen von Produkt zu Produkt und von Raum zu Raum wirksam unterbunden.
Das Decken- und Wandsystem, aber auch der Fussboden, erfüllen die strengen Qualitätsanforderungen.
Alle Personen betreten und verlassen den reinen Herstellungsbereich über geschlechter-getrennte Personalschleusen. Die Personen haben reinraum-gerechte Bekleidungen und sind in Verhaltensweisen und Arbeitstechniken in einem Reinraum geschult.
Alle Gebinde werden vor dem Einschleusen von Holz- auf Kunststoffpaletten umpalettiert.
Räumlich von den Personalschleusen getrennte Materialschleusen sichern kreuzungsfreies Ein- und Ausschleusen von Ausgangsstoffen und Fertig-produkten. Gestaffelte Überdruck-haltungen unterbinden das Verunreinigungs-risiko von Produkt zu Produkt und schirmen den reinen Herstellungsbereich gegen aussen hin ab.
Wartungsfreundliche Prozessmedienanspeisungen der Rührkessel von aussen her ermöglichen dem  Wartungspersonal den reinen Herstellungsbereich nur im Ausnahmefall betreten zu müssen.
Die Abfüllerei befindet sich zwei Geschosse über dem Herstellungsbereich und ist ebenfalls als Reinraum ausgebildet. Es war also erforderlich, die Warenlifte, die die beiden Geschosse miteinander verbinden, ins Reinraumkonzept zu integrieren.
Besucher haben in den eigens geschaffenen Publikumszonen von aussen her einen guten Einblick in den Herstellungs- und Verpackungsbereich.

Ziel war es, nicht ein blosses Aneinanderreihen von Produkten aus einem Reinraumkatalog, sondern das Finden einer eigenen Sprache, in der die Identität des Unternehmens zum Ausdruck kommt. Dass dabei auch Details Berück-sichtigung finden, geht daraus hervor, dass selbst die Möblierung eigens entwickelt wird.